Seit dem 1. August 2024 gilt in Europa der EU AI Act. Ab dem 2. August 2026 tritt Artikel 50 in Kraft, der konkrete Pflichten für Unternehmen mitbringt: Wer KI-generierte Bilder veröffentlicht, auf denen echte Menschen realistisch dargestellt werden, muss das klar kennzeichnen. Auf der Website, auf LinkedIn, auf der Teamseite, bei Geschäftsführerportraits und Mitarbeiterfotos. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Das ist keine Randnotiz. Das ist eine direkte Auswirkung auf deinen visuellen Auftritt im Business.
Was sich ab August 2026 konkret ändert.
Ich sage das nicht weil KI ein schlechtes Werkzeug ist. Ich nutze KI selbst, für Konzepte, Hintergrundideen, visuelle Planung. Dort macht sie Sinn. Aber bei Portraits, bei Teamfotos, bei allem wo ein echter Mensch erkennbar sein soll, entsteht durch die Kennzeichnungspflicht ein Problem das über das Rechtliche weit hinausgeht.
Stell dir vor, du suchst einen Anwalt oder einen Unternehmensberater. Du landest auf seiner Website, siehst sein Portrait und liest darunter: KI-generiert. Was passiert in diesem Moment? Nicht bewusst, sondern in Sekunden, ohne dass du es steuern kannst.
Vertrauen entsteht durch Echtheit. Sobald daneben steht dass dieses Bild künstlich erzeugt wurde, verändert sich die Wahrnehmung grundlegend.
Gerade in Branchen wo Vertrauen das eigentliche Produkt ist, also bei Beratern, Anwälten, Ärzten, Coaches, ist dieser Moment entscheidend. Der Kunde weiß oft erst im Nachhinein ob er die richtige Wahl getroffen hat. Vorher entscheidet er über Gefühl. Und dieses Gefühl entsteht beim ersten Bild.
Wen es konkret betrifft.
Die Kennzeichnungspflicht gilt für alle Unternehmen die KI-generierte Bilder mit realistisch dargestellten Personen öffentlich verwenden. Das betrifft Geschäftsführerportraits, Mitarbeiterfotos auf der Website, Teamseiten, LinkedIn-Profilbilder und PR-Bilder. Wer jetzt bereits auf KI-generierte Portraits setzt, muss bis August 2026 entweder kennzeichnen oder wechseln.
Warum das für Geschäftsführer und Berater besonders relevant ist.
Bei einem Produkt das man anfassen kann, spielt das Foto eine geringere Rolle. Bei einer Dienstleistung die auf Vertrauen basiert, ist das Foto oft der erste und entscheidendste Kontaktpunkt. Ein Hinweis der sagt „KI-generiert" unterbricht genau in dem Moment das Vertrauen das entstehen soll.
Wer seinen visuellen Auftritt jetzt überdenkt, hat einen klaren Vorteil gegenüber allen die warten bis es Pflicht ist.
Und die wichtigste Frage dabei ist nicht rechtlicher Natur. Sie lautet: Was soll jemand fühlen wenn er dein Foto zum ersten Mal sieht?